Ehemaliges Jugoslawien

Seit Dezember 2009 fährt er wieder: 19 Jahre hat es gedauert, bis der Schnellzug zwischen der serbischen Hauptstadt Belgrad und der bosnischen Hauptstadt Sarajevo seinen Betrieb wieder aufnahm. 10 Stunden braucht er für diese Strecke. Er fährt in Serbien los, über Vukovar in Kroatien und die Republika Srpska nach Bosnien-Herzegowina. An jeder Grenze muß die Lokomotive gewechselt werden, also viermal bei einer Fahrstrecke. Die älteren Einwohner trauern der Zeit des Vielvölkerstaats Jugoslawien hinterher, die Jüngeren wollen Ausbildung und Arbeit und die Gräuel des Kriegs hinter sich lassen. Kroatien wird in den nächsten Jahren Mitglied in der europäischen Union, Serbien verhandelt und Bosnien-Herzegowina bleibt noch außen vor. Erleiden die Bosnier das gleiche Schicksal wie ihre Glaubensbrüder und -schwestern in der Türkei? Die Christen wollen in Europa unter sich bleiben? Gebildete Menschen unterscheiden zwischen dem Versagen der politischen Führung und den Einwohnern, bildungsferne Menschen würden sich gleich wieder die Köpfe einschlagen, wenn sie könnten. Aber das ist wohl überall auf der Erde so, wo die Dummen regieren, leidet die Bevölkerung.

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