Brandneue Sendung

Am Sonntag 19. Juli von 21 bis 23 Uhr im Freien Radio für Stuttgart (http://www.freies-radio.de): In der Sendung des Genossen amokfisch wird heute der Spieß herumgedreht und Egmont Müller vom Kulturpalast stellt dem Fellbacher Stadtrat DER LINKEN Armin Fischer die Fragen. Das Ganze wird mit Lieblingsmusik des Schmideners gewürzt. Egmont zeichnet verantwortlich für die Gestaltung der Seite www.rotrosagrün.de, der Seite für seinen erfolgreichen Wahlkampf 2019 und danach.

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Manu Dibango 1934-2020

Portrait von Manu Dibango (Grunbach, amokfisch 1985)

Im Alter von 86 Jahren ist vor einer Woche der größte Musiker Afrikas in Paris verschieden. Manu Dibango war der erste berühmte Corona-Tote auf unserem Planeten. Natürlich gab es Om Kalthoum, Miriam Makeba, Hugh Masekela, Fela Kuti, Franco und gibt es Salif Keita, Angelique Kidjo und Youssou N’Dour. Aber der Saxophonist, Vibraphonist, Sänger, Grupenleiter, Arrangeur und Komponist war schon etwas Besonderes. Er umzäunte musikalisch einen Bereich zwischen Jazz, Funk und Pop. Berühmt wurde er mit dem Douala-Tanz Makossa, den er über die Jahrzehnte immer wieder neu aufnahm.

Er stammte aus der kamerunischen Hafenstadt Douala und lebte seid langem in Paris, wo er die Rolle des Vaters für alle gestrandeten afrikanischen Musikerinnen ausübte. Mit dem südafrikanischen Trompeter Hugh Masekela (Don’t go loose it baby, Ehemann von Miriam Makeba (Pata, Pata)) teilte er sich eine Wohnung in New York. Sein letztes Konzert in Stuttgart gab er vor vier Jahren auf dem Sommerfestival der Kulturen mit einer kleineren Gruppe. Das war natürlich der Höhepunkt, die Stuttgarterinnen tobten.

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Doppelkonzert

Bei der 34en Ausgabe des Festivals Jazz d’or spielten zwei Giganten des Jazz auf, beide schon über die 70. Eröffnet wurde das Konzert am 14. November 2019 in der Offenburger Reithalle vom größten lebenden Klavierspieler Europas: Joachim Kühn. Er spielte allein ausschließlich Stücke von Ornette Coleman, dem er lange Jahre eng verbunden war, der Tod des Autodidakten am Altsaxophon stellte hier einen harten Schnitt dar. Passend zu seiner aktuellen Scheibe wirbelte Kühn auf den Tasten herum, daß es wie immer eine Freude war zuzuhören. Er war auch denkbar gut gelaunt an dem Abend.

Nach einer guten Stunde und der Pause danach spielte das Henri Texier Quintet zum Album ‚Sand Woman‘ auf. Kontrabassist und Komponist Texier ist der größte lebende Musiker auf dem Planeten. Er versteht es wie kein anderer die Musik von bedrohten Völkern in den Jazz einzugliedern. Beim Quintett mit dabei: Sohn Sebastien Texier (as,cl), Vincent Le Quang (ts,ss), Manu Codjia (g) und Gautier Garrigue (dr). Die Gruppe begann mit einem fulminanten Solo des Anführers. Auch dieses Konzert war von höchster Güte und auch hier waren alle bestens gelaunt.

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Weltfluß

An diesem Sommerabend fand sich im Theaterhaus vor 60 gebannten Zuhörerinnen ein Häufchen wunderbarer Musiker zusammen. Im ersten Teil ders Konzerts waren das drei Mannheimer am Sopransaxopohon, Cajon und Hang und Kontrabass. Diese Drei nennen sich im Zusammenspiel mit drei Virtuosen aus Varanasi (Benares) an Tablas und Sitar Neckarganga. Das Sextett spielt schon seit drei Jahren zusammen und mensch muß sagen: die Jungs können es. Schöne mäandernde Musik.

Im zweiten Teil dann arabischer Jazz mit Oud, Ney, Bass und Schlagzeug. Auch diese Individualisten boten höchstes Können. Zum Schluß spielten alle zusammen und endeten mit Wichi Tai To, dem Erfolg des Creek-Saxophonisten Jim Pepper. Dieses Konzept geht jetzt erstmal auf Tournee, Kompaktscheiben sind neu eingespielt und mensch kann sich nur freuen, daß einmal wieder Weltjazz im Theaterhaus geboten wurde.

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Richard Galliano

Dieser unglaubliche Franzose hat zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchester im Theaterhaus musiziert: Richard Galliano ist der bedeutendste lebende Akkordeonist auf unserem Planeten. Natürlich, es gibt beipielsweise noch Jean-Louis Matinier oder Luciano Biondini, aber Galliano ist einfach erfahrener.

Es wurden Stücke von Bela Bartok, Georg Breinschmid, Richard Galliano, Joaquin Turina und Astor Piazzolla dargeboten. Erstaunlicherweise gab es keine Dirigentin, nein, das kleine Orchester wurde unter der ersten Geige von Meesun Hong Coleman geleitet. Die Stücke waren sehr gehaltvoll, niemals oberflächlich. Auch schön jazzig und weltmusikalisch, das ging über die traditionelle Klassik hinaus.

Richard Galliano spielte im ersten Teil das diatonische Akkordeon (Knöpfe statt Tasten). In der zweiten Hälfte dann das Bandoneon, von einem Deutschen entwickelt und durch den argentinischen Tango erfolgreich geworden. Das Publikum war kein klassisches, immer wieder wurde in die Kompositionen hineingeklatscht. Galliano beendete sein Gastspiel mit einer fulminant improvisierten Zugabe auf seinem Akkordeon ohne Orchester. Ach ja, er ist auch ein Vertreter der Musette nouvelle, so wie Piazzolla mit seinem Tango nuevo.

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