{"id":229,"date":"2009-05-05T10:55:44","date_gmt":"2009-05-05T08:55:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amokfisch.de\/blog\/?p=229"},"modified":"2010-04-14T18:59:29","modified_gmt":"2010-04-14T16:59:29","slug":"miles-davis-ist-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amokfisch.de\/blog\/?p=229","title":{"rendered":"Miles Davis ist tot"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\">Miles Davis ist tot<\/p>\n<p>Was hat der Tod von Miles Davis mit M\u00fcllvermeidung zu tun? Ganz einfach: nichts, wird sich der geneigte Gr\u00fcne Seiten-Leser sagen. Jedoch: Miles stand stellvertretend f\u00fcr viele Musiker jeglicher Nationalit\u00e4t an der Spitze des Jazz, \u201aMiles Ahead\u2019. Das bedeutet aber, dass er mit seiner die Kultur pr\u00e4genden Erscheinung ein Wesentliches zur Vermeidung von Musikm\u00fcll (wie Schlager, Pop) und anderem Schrott beigetragen hat. Grund genug f\u00fcr \u00d6kologen, sich mit ihm zu besch\u00e4ftigen. Aus Amerika kamen n\u00e4mlich nicht nur solche Exportschlager wie Rassismus, Flie\u00dfband, McPlastik und Dallas, sondern eben halt auch der Jazz. Und eben gerade nur letzteren hat Miles, sei es im BeBop, Cool-Jazz, HardBop, Jazzrock oder Popjazz, entscheidend beeinflusst. Der Jazz, eine der gr\u00f6\u00dften kulturellen Errungenschaften des zu Ende gehenden Jahrhunderts, zeigte uns schon seit Jahrzehnten M\u00f6glichkeiten zur Bew\u00e4ltigung des Nord-S\u00fcd-Konflikts. Der beispielhafte Umgang seiner Musiker untereinander steht daf\u00fcr. Denn dieser Musikstil entstand aus dem erstmalig gleichberechtigten Austausch von schwarzafrikanischer Kultur aus dem S\u00fcden und wei\u00dfeurop\u00e4ischer Kultur aus dem Norden. Nicht Fremdenha\u00df und Nationalismus bestimmten und bestimmen den Jazz, sondern die Emanzipation der benachteiligten V\u00f6lker von den dominierenden V\u00f6lkern. Dieses Vorleben von globaler sozialer und damit auch \u00f6kologischer Kultur hat auch die Gr\u00fcnen gepr\u00e4gt. Exemplarisch seien drei Vertreter unserer Partei genannt:<br \/>\nJ\u00fcrgen Walter, Landtagskandidat und Mitarbeiter der gr\u00fcnen Landtagsfraktion. Er hat daf\u00fcr gesorgt, dass f\u00fchrende Jazzmusiker in das Ludwigsburger Scala gekommen sind und weiterhin kommen.<\/p>\n<p class=\"western\">Hans-J\u00fcrgen \u201aSpecht\u2019 Bock, gr\u00fcner Gemeinderat in Tamm und Jazzpianist bei der Ragtime Specht Groove,<br \/>\nMichael Kienzle, Vorsitzender des Theaterhaus in Wangen. Er repr\u00e4sentiert eine Institution, die es geschafft hatte, nach vielen Jahren Miles Davis zum letzten Mal nach Stuttgart zum Jazzgipfel \u201988 zu holen. Ganz zu schweigen von Auftritten solcher Jazzgr\u00f6\u00dfen wie Herbie Hancock, Chick Corea, John McLaughlin, Wayne Shorter bei Theaterhaus-Konzerten; Musikern, die nicht zuletzt durch Miles Davis ber\u00fchmt wurden. Diesen Mann, der in seiner Sensibilit\u00e4t und Genialit\u00e4t der schwarzen Kultur wieder die Bedeutung zur\u00fcckgab, die ihr geraubt wurde. W\u00e4hrend die schwarze Filzokratie sich im L\u00e4ndle in B\u00e4lde verabschieden wird, ist ein wichtiger Vertreter der wahren schwarzen Kultur an den Folgen seines Kampfes f\u00fcr eine kulturelle Identit\u00e4t nach vielen Hochs und Tiefs schon mit 65 Jahren gestorben. Das Loch, das er hinterlassen hat, weist unverkennbar darauf hin, dass der Spruch \u201ablack is beautiful\u2019 wieder denen zusteht, die ihn urspr\u00fcnglich propagiert haben und eben nicht der Jungen Union. Au\u00dferdem kann man froh sein, da\u00df Miles wesentlich \u00e4lter wurde als Charlie Parker (35 Jahre) und John Coltrane (41 Jahre).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miles Davis ist tot Was hat der Tod von Miles Davis mit M\u00fcllvermeidung zu tun? Ganz einfach: nichts, wird sich der geneigte Gr\u00fcne Seiten-Leser sagen. 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