Fellbacher Autobahn

Joseph Michl (ARGE Nord-Ost) bei der Radtour entlang des Nord-Ost-Rings 2019

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Brandneue Sendung

Freitag 28. August 2020 von 11 bis 14 Uhr Jazzbrunch im Freien Radio für Stuttgart: Egmont Müller (Kulturpalast) kommt und befragt den Genossen amokfisch, der als Armin Fischer (DIE LINKE) im Fellbacher Gemeinderat sitzt und im Theaterhaus arbeitet. amokfisch bringt seine Lieblinge aus Jazz, Weltmusik und Filmmusik mit. Dies ist der Ersatz für die ausgefallene Sendung vom Sonntag 19. Juli 2020 von 21 bis 23 Uhr. Der Hausmeister hatte verriegelt. http://www.freies-radio.de

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Wir sind die Wolfskinder

Verlassen in Ostpreußen. So der Titel eines Bestverkäufers der Journalistin Sonya Winterberg aus dem Jahre 2012. Sie hat in dem Buch die Schicksale von ein paar 100 obdachlosen Kindern nacherzählt, denen kurz vor Kriegsende und nach dem Krieg die Angehörigen verloren gingen, entweder durch Tod oder Deportation. Sie irrten durch die Wälder und bettelten bei den Bäuerinnen um zu überleben. Viele dieser Kinder starben.

Die wenigen Überlebenden dieser Hölle konnten in Litauen nach vielen Bemühungen Lohn und Brot finden. Sie hatten vor 20 Jahren einen Verein gegründet, mit dem sie erstmals Unterstützung bei einem ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten bekommen haben.

Winterberg hat im Archiv dieses Abgeordneten, als Stadtschreiberin von Breslau und vor Ort nachgeforscht. Viele noch lebende Wolfskinder hat sie zu Hause besucht und befragt, begleitet von einer Photographin. Bei all diesem Elend wird klar, daß das Schicksal von Straßenkindern nicht nur in der Zweidrittelwelt existiert, sondern ein paar Jahre in Ostpreußen am Ende des zweiten Weltkriegs bei deutschen Kindern Realität war.

Das Buch hat 336 Seiten, ist gut zu lesen (die Einzelschicksale sind genau aufgearbeitet) und erschien bei Piper, München und kostet 20 Euro.

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Jazztage im Theaterhaus

Bekanntermaßen fielen die diesjährigen Osterjazztage 2020 dem Kronenvirus zum Opfer. Zum dritten Mal in den letzten 35 Theaterhausjahren mußte ein wundervoll geplantes und mit vielen Leckerbissen gespicktes Jazzfestival ersatzlos abgesagt werden.

Da denken wir doch ein Jahr zurück: der Auftakt der Theaterhaus-Jazztage am Gründonnerstag 2019 mit dem Geburtstagskonzert von Joachim Kühn (p) zum 75. war gleichzeitig auch der Höhepunkt des letztjährigen Festivals. Vor 1000 begeisterten Zuhörerinnen in der großen Halle 1 entzückte der Leipziger (er wohnt ja mittlerweile auf Ibiza) die Jazzbrut. 3 Stunden am Stück mit unterschiedlichen Besetzungen brannte Kühn ein Feuerwerk ab. Mit Emile Parisien (ss) und Till Brönner (tp) beispielsweise. Ohne Pause prasselte die Improvisation während dieser Sternstunde auf die Freunde nichtrassistischer Musik herab.

Zeitgleich veranstaltete der Scheibenverkäufer und Jazzexperte Wolfgang Büchler aus Geradstetten im Freien Radio ein Geburtstagsständchen für seinen langjährigen Freund Joachim Kühn. Den Mitschnitt dazu bekommst du über den Betreiber dieser Seite.

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Manu Dibango 1934-2020

Portrait von Manu Dibango (Grunbach, amokfisch 1985)

Im Alter von 86 Jahren ist vor einer Woche der größte Musiker Afrikas in Paris verschieden. Manu Dibango war der erste berühmte Corona-Tote auf unserem Planeten. Natürlich gab es Om Kalthoum, Miriam Makeba, Hugh Masekela, Fela Kuti, Franco und gibt es Salif Keita, Angelique Kidjo und Youssou N’Dour. Aber der Saxophonist, Vibraphonist, Sänger, Grupenleiter, Arrangeur und Komponist war schon etwas Besonderes. Er umzäunte musikalisch einen Bereich zwischen Jazz, Funk und Pop. Berühmt wurde er mit dem Douala-Tanz Makossa, den er über die Jahrzehnte immer wieder neu aufnahm.

Er stammte aus der kamerunischen Hafenstadt Douala und lebte seid langem in Paris, wo er die Rolle des Vaters für alle gestrandeten afrikanischen Musikerinnen ausübte. Mit dem südafrikanischen Trompeter Hugh Masekela (Don’t go loose it baby, Ehemann von Miriam Makeba (Pata, Pata)) teilte er sich eine Wohnung in New York. Sein letztes Konzert in Stuttgart gab er vor vier Jahren auf dem Sommerfestival der Kulturen mit einer kleineren Gruppe. Das war natürlich der Höhepunkt, die Stuttgarterinnen tobten.

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