Das Klugfon

Jede hat es, jede braucht es: das tragbare Telefon, das auch noch klug ist. Jedenfalls klüger, als manche sich zugestehen. Das geht soweit, daß mensch wischend und tastend mit dem Ding auf dem Gehweg als Fußgänger umherrennt und im Auto als Verkehrsteilnehmer umherfährt, ohne die Umwelt mehr wahr zu nehmen. Das produziert natürlich jede Menge Tote. Unschuldige, die zusammengefahren werden. Jede macht mit, wer kein Klugfon hat, wird ausgegrenzt. Es ist auch unfaßbar, daß sich heute noch Menschen bewußt kein solches Teil zulegen.

Natürlich macht das Ding süchtig, natürlich ist es sackteuer. Abgesehen davon, daß die seltenen Erden, die jedes dieser Teile benötigt im Ostkongo von Kindersklaven ausgegraben werden. Bricht sich ein Kind den Fuß, wird es liegen gelassen und es stirbt. Ein neues Kind zu beschaffen, kostet ja nichts. Sind ja auch nur Afrikanerinnen, was regen wir uns künstlich auf. Die haben halt die falsche Hautfarbe und sind weniger Wert als ein Meerschweinchen.

Die Flucht vor Krieg hat durch das Klugfon eine völlig neue Qualität gewonnen. Fluchtwege und Schleuserinnen können dadurch schnell herausgefunden werden. Noch nie gab es so viele Flüchtlinge auf dem Planeten wie heute. Ohne das elektronische Teil in den Händen all dieser Menschen wäre die Zahl wohl kleiner. Das  Zwischennetz fordert hier seine Opfer.

 

 

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Afrika und Europa

Wie sieht die zukünftige Beziehung zwischen Afrika und Europa im Angesicht der sich abzeichnenden geopolitischen Veränderungen in der Welt aus? Professor Doktor Tirmiziou Diallo aus Worms erzählt euch zu diesem Thema den neuesten Stand und bringt die Musik mit. Alles dies bei der nach 8 Jahren letzten volxmusik im Freien Radio für Stuttgart am Samstag, den 7. Juni 2014 von 19 bis 21 Uhr.

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volxmusik am 5.4.14

Ich erwarte anläßlich der Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 Vera Nkenyi Ayemle (SPD Esslingen und Esslinger Afrikatage 9. bis 11.5.14: www.sompon-socialservice.org), Hans-Robert Schlecht mußte aus gesundheitlichen Gründen absagen. Alles bei der volxmusik am Samstag 5. April von 19 bis 21 Uhr im Freien Radio für Stuttgart über Antenne 99,2, im Kabel 102,1 oder im Lebendstrom auf www.freies-radio.de (seit Kurzem mit einem einfachen Klick über jeden Rechner auf dem Planeten empfangbar).

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African Tales

Nun kommt der Sommer doch noch. Passend dazu das Eröffnungskonzert des Musikfests Stuttgart 2011, das von der Bach-Akademie veranstaltet wird. Ein großes Orchester bot Arrangements des Saxophonisten Daniel Schnyder dar. Es begann im Barock (Vivaldi, Händel), ging dann über zu Horace Silver, Abdullah Ibrahim und Mongo Santamaria. Das International Regions Symphony Orchestra aus Ochsenhausen (jugendliche Talente) spielte vor der fast ausverkauften großen Halle T1 im Theaterhaus auf. Alle möglichen Blasinstrumente waren dort integriert, allerdings ohne ein Saxophon. Natürlich ein großer Streichersatz und Schlagwerk. Dann nach der Pause ging es bombastisch weiter: das Epos Sundiata Keita von Schnyder für vier Afrikaner, Frauenchor und Orchester aus dem Jahre 2008 wurde aufgeführt. Zwischendurch glänzten immer wieder die improvisierenden Afrikaner mit Gesang, Djembe, Balaphon und Kora. Ein beindruckender und gelungener Abend ging nach zwei Stunden zu Ende. Das Publikum jedenfalls war hin und weg.

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West-Afrika

50 Jahre ist es nun her, daß ehemalige französische Kolonialländer unabhängig wurden. Hier leben mittlerweile 50 Millionen Menschen, ein großer Teil sind Analphabeten. Die Rolle der Kolonialmächte haben nun die internationalen Konzerne übernommen. Die Hoffnungen der Afrikaner auf Wohlstand sind nicht erfüllt worden. Heute undenkbar, daß in Afrika Flugzeuge oder Autos hergestellt werden oder daß Menschen von diesem Kontinent Rennfahrerin, Pilotin oder Astronautin werden. Afrika ist reich. Die dortigen Bodenschätze werden jedoch immer noch zugunsten Europas ausgebeutet. Trotzdem sind Menschen aus den ehemaligen Kolonien in Europa unerwünscht, obwohl mensch auf deren Rücken im Wohlstand lebt und dieses dem ungerechtem Welthandel zu verdanken hat. Auf unserem Kontinent schottet mensch sich ab gegen Einwanderinnen, die an unserem Wohlstand teilhaben wollen und welcher jedoch auf die Unterdrückung der Länder des Südens zurückzuführen ist. Viele Afrikaner leben als Illegale unter uns und werden als Rechtlose ausgenützt. Abgesehen davon, daß viele auf dem Weg zu uns ums Leben kommen. Vielleicht dauert es nochmals 50 Jahre bis der Kontinent Afrika auf unserem Planeten seine Bedeutung erlangt hat, der ihm zusteht. Heute jedoch geht sämtliche Wirtschaftsmacht am Kontinent vorbei, Afrika ist von der internationalen Politik abgeschrieben. Allein die Chinesen investieren in die Infrastruktur Afrikas und zeigen den überheblichen Europäern, wie man den Afrikanern auf Augenhöhe begegnet. Eine Chance für Europa, die wir nicht zuletzt wegen des Rassismus in unseren eigenen Köpfen nie ergriffen haben. So kommt die Arroganz, die von uns in die Welt gebracht wurde, wie ein Bumerang zu uns zurück. Die Zukunft gehört China, Indien oder Brasilien, Europa wird abgeschrieben, und Afrika irgendwann wieder das Zentrum des Planeten werden, was es schon einmal bei Gründung der monotheistischen Religionen war.

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