Taste the Waste
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Kritiken
Dieser Film hat als ursprüngliche Fernsehdokumentation im aktuellen Jahr 2011 viel umgewälzt. Er beschreibt den Irrwitz der Vernichtung von Lebensmitteln in den wohlhabenden Regionen unseres Planeten. Ein großer Teil von nicht verkauften Lebensmitteln in Europa wird einfach entsorgt. Das Meiste davon ist noch in gutem Zustand. Besonders in Deutschland ist dies ein Problem, da bei uns Nahrung einfach zu billig ist. Kaufmännisch rechnet es sich eher, angedellte Ware einfach weg zu werfen, statt sie zu retten, da die Personalkosten dies nicht zulassen. Der Film mit dem dazugehörigen Buch ‚die Nahrungsvernichter‘ von Stefan Kreuzberger hat Auswirkungen bis in das Bundeslandwirtschaftsministerium und die Europäische Union entfacht. Schließlich ist das ganze Problem auch mit verantwortlich für den Hunger von einer Milliarde Menschen auf der Erde. Ein radikales Umdenken ist notwendig, um den Respekt vor der Ernährung zurückzugewinnen, den wir in den 1950er Jahren noch hatten, vor der Amerikanisierung mit den einhergehenden Supermärkten und der perversen Wegwerfkultur.
Etikett/en: Film
Orchester Jazz@large
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Kritiken
Zum ersten Mal war bei den Stuttgarter Jazztagen das Theaterhaus mit integriert. Anläßlich der 32. Ausgabe wie immer im Herbst trommelte der Schmidener Schlagzeuger Hans Fickelscher 19 gestandene Musikerinnen aus der Region zusammen. Zwei Sängerinnen und 17 Männer an den Instrumenten boten vier längere Kompositionen dar. Die erste war vom Klavierspieler Chris Geisler, der Posaunist Eberhardt Budziat präsentierte zwei und die letzte war vom Gitarristen Martin Wiedmann. Martin Keller vom Vorstand der Interessengemeinschaft Jazz Stuttgart führte durch den Abend. Ein schönes Konzert mit gelungenen Einzeldarbietungen der einzelnen Musiker nach nur zwei Proben im Vorfeld. Dieses Orchester wird auch im neuen Jahr 2012 des Öfteren im Theaterhaus auftreten mit unterschiedlichen Besetzungen. Es war keine Bigband im klassischen Sinne, da zwei Gitarren, zwei Bässe und drei Schlagzeuger mitwirkten. Die gute Stimmung auf der Bühne sprang auch auf das Publikum über.
Etikett/en: Jazz
John Abercrombie Quartet
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Gestern also ein gehaltsreiches Konzert in der umgebauten und vergrößerten Dieselstraße in Esslingen. Eine große Anzahl an Jazzfreundinnen pilgerte zu diesem ganz Großen unter den Gitarristen. Mit dabei der Geigenspieler Mark Feldman und Joey Baron am Schlagzeug. Unter die drei älteren Semester gesellte sich der Nachwuchsbassist Thomas Morgan. Die Vier boten ausschließlich Kompositionen von Abercrombie dar. Er stand im Mittelpunkt, spielte aber zu keiner Zeit die anderen an die Wand. Baron, neben seinem Kollegen Jim Black eine zentrale Figur in der New Yorker Jazzszene, schlug auch mit den Händen auf seine Trommeln und arbeitete viel mit den Besen. Feldman entlockte seiner Geige ungewöhnliche Klänge und spielte auch mal zweistimmig. Er beherrschte sein Instrument, ohne irgendwelche falschen Töne zu fabrizieren. Alle vier spielten verhalten, ohne loszupoltern. Mann nahm sich die Zeit, um aufeinander einzugehen. Ein äußerst konzentrierter Abend mit gehaltvollen Einzelimprovisationen wurde dargeboten. Ein Eindruck kann mensch von diesem John Abercrombie Quartet auch auf dem aktuellen Album ‚Wait Till You See Her‘ gewinnen.
Etikett/en: Jazz
volxmusik vom 1. Oktober 2011
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Diesesmal waren drei Vertreterinnen der Parkschützerinnen bei mir in meiner monatlichen Sendung im Freien Radio. Peter, der einen gelungenen Rückblick auf die demokratischen Regelverletzungen der herrschenden Politik bei dem Projekt Stuttgart 21 bot, immer wieder als Einsprengsel. Andrea, die eine Frauenblockade am 18. Oktober plante und Fritz, der die Blockadegruppe vertrat, und bei den Aktionen mit den Polizistinnen verhandelt. Es war eine rundum gelungene und spannende Sendung. Die drei waren sehr diszipliniert und natürlich friedfertige Menschen. Im Hintergrund filmte übrigens Marianna im Sendestudio mit ihrer Bilderkamera mit. Dies wird demnächst auf dieser Seite als Zusammenschnitt zu sehen sein. Sendemitschnitt auf Hörkompaktscheibe wie immer bei mir. Die Sendung war auch ein Anstoß für die drei, eine neue Redaktion im Radio zu gründen: der Park-Funk wurde dann gleich auf dem nächsten Radioplenum von ihnen vorgestellt. Nun werden also die Parkschützerinnen regelmäßig bei uns senden, auf alle Fälle wird dies eine Bereicherung für unseren Sendebetrieb sein. Es gibt zwar bereits zwei Fernsehsender (Flügel TV und CamS21) und zwei Zeitungen (Kontext und Einundzwanzig) der Menschen, die oben bleiben wollen. Radiomäßig liefen allerdings die einzigsten Geschichten nur über verschiedene Menschen im Freien Radio für Stuttgart.
10 Jahre Krieg in Afghanistan
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Der Geschäftsführer der Friedensgesellschaft Baden-Württemberg, Roland Blach, hatte eine hochkompetente Rednerschaft zusammengestellt, die sich am 8. Oktober im Glashaus des Theaterhauses präsentierte: Jamas Maqsudi, Stuttgarter aus Afghanistan, Andreas Zumach von der tageszeitung und der amerikanische Kriegsverweigerer und Asylbewerber Andre Shepperd. Alle drei beleuchteten das Land Afghanistan aus verschiedenen Blickrichtungen: Maqsudi kritisierte, daß nichts gut war, was in den letzten Jahren in seinem Herkunftsland verbrochen wurde. Selbst Petersberg war eine antidemokratische und enttäuschende Veranstaltung. Bei dem ganzen Trubel wurden auch viel Lügen verbreitet. Zumach betonte, daß der Krieg in Afghanistan nun schon 32 Jahre andauert. Das Land hat das Pech, daß es so zentral liegt und die Vereinigten Staaten eine Ölleitung durch das Land legen wollten, um das Öl des kaspischen Meeres seinem Kapitalismus zuzuführen. So wurde in den Krieg investiert mit wechselnden Vorzeichen. Nach den Russen kamen die Pakistaner (Taliban), nach denen die Amerikaner. Die ziehen nun ab und hinterlassen eine verbrannte Erde. Schwerverbrecher in der Regierung, Drogenerzeugung und Entwicklungshilfe als größte Wirtschaftszweige weisen in einen Abgrund, der sich da auftut. Viele Fragen zum 11. September 2001 bleiben offen, Tatsache war, daß alle 15 Länder im UN-Sicherheitsrat und alle 192 Länder in der UNO-Vollversammlung nach dem Attentat für die Vereinigten Staaten gestimmt hatten. Zitiert hat Zumach auch den Ausspruch der bedingungslosen Solidarität von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Shepperd ist ein Politikum mit großer Sprengkraft. Er hat sich in seiner Not in der amerikanischen Armee verpflichtet und ist geflohen. Deutschland kann seinen Asylantrag nicht anerkennen, sonst würde das ganze Lügengebäude um die Besatzung in Irak und Afghanistan zusammenbrechen. Es war eine interessante Veranstaltung mit erhellenden Details, zusammengetragen von drei hochpolitischen und bestens informierten Zeitgenossen.
Etikett/en: Afghanistan, Frieden