Spielzettel 30.04.10

Eröffnungsklingeln mit Monticello vom Monty Alexander (p) Trio

Don Cherry (tp) – Degi-Degi

Gary Bartz (as) – Bertha Baptist

Vahid Matejko (comp) – Crafty Conversation

Charlie Christian (g) – Stardust

Kölner Saxophon Mafia – Mafia Blues

George Shearing (p) – Mambo in Miami

Myra Melford (p) Trio – Breaking Light; Evening Might Still; Live Jump

Pescadores de ventanas – Me ponho a servir ao coracao

Marty Ehrlich (fl) und Anthony Cox (b) – Lament (In Passing)

Bob James (key) – Nautilus

Kompaktscheibe der Woche: ‘Alive In The House Of Saints’ (1993) mit dem Myra Melford Trio: Myra Melford (p), Lindsey Horner (b), Reggie Nicholson (dr)

Kommentar 30.04.10

Atomkraft

Zu diesem Thema ist schon alles gesagt, gedruckt und gesendet worden. Jetzt geht es darum, wie schnell man diese Riesensauerei los wird. Eigentlich gar nicht, da der Müll Millionen Jahre vor sich hinstrahlt. Wie immer in der Politik geht es auch hier ums Geld und die Macht. Die Partei der Zahnärzte und Wirtschaftsanwälte macht im Verbund mit einer konservativen Volkspartei da weiter, wo sie aufgehört haben. Die von ihnen als Brückentechnologie verniedlichte Stromerzeugung wird behalten, da die Energie-Vorstände ihre abgeschriebenen Meiler weiter betreiben wollen, um fette Gewinne einzufahren. Logisch. Denn wenn sie sich auf regenerative Enegien einlassen würden, müßten sie sich eine andere Spielwiese für ihre Machenschaften suchen. Denn die Sonne kostet nichts. Sie strahlt ohne uns eine Rechnung zu stellen. Und die vier Besatzungsmächte E.on, RWE, Vattenfall und EnBw können ihren Läden endgültig dicht machen.

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Inguschetien

Dies ist die kleinste Teilrepublik in Rußland und Nachbar von Tschetschenien im Nordkaukasus. Auch hier dominiert der Islam. Geheimkommandos des FSB (Nachfolgeorganisation des KGB) dringen mit schußsicheren Westen und Maschinengewehren nachts in Häuser ein und entführen die jungen Männer ohne Begründung. Allein der Verdacht, dem Untergrund anzugehören, reicht um vom russischen Staat festgenommen, gefangen gehalten, gefoltert und getötet zu werden. Durch diese außergerichtlichen Aktionen werden jedoch die Einheimischen den Aufständischen in die Arme getrieben, die in den Wäldern leben sollen. Keine weiß wo sie sind. Menschenrechtsorganisationen vor Ort haben es sehr schwer, unter diesen Bedingungen zu arbeiten. Auch ihre Mitarbeiterinnen werden vom Tode bedroht und auch umgebracht. Angefangen hatte der ganze Staatsterror als Folge des Eindringens tschetschenischer Schwerverbrecher in das inguschetische Innenministerium im Zug des Tschetschenien-Krieges. Seitdem ist es mit der Ruhe unbescholtener Bürgerinnen in dieser russischen Republik vorbei.

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China

Die zukünftige Großmacht ist zum Webstuhl der Erde geworden. War vor der Einführung des Kapitalismus die Kleidung äußerst schlicht, legt man nun Wert auf europäische Mode. Obwohl es genügend Nachwuchs bei den Modegestalterinnen gibt, orientieren sich diese an den Vorgaben der Hochschneiderei aus Frankreich. Der Traum dieser Frauen ist die Teilnahme an einer Modenschau in Paris. Sie betreiben eigene Geschäfte, haben aber wenig Einkommen, wenn sie weg von den westlichen Vorbildern sich an ihrer eigenen Tradition ausrichten. Und auch hier läßt die Krise chinesische Industrielle im Textilbereich nicht ungeschoren. In nur 30 Jahren jedoch hat sich dort ein beispielloser Wohlstand für Viele enwickelt. Dies unter der zentralen Regierung der Einheitspartei. Weg von der Planwirtschaft hin zur Einführung des Kapitalismus. Allerdings sind viele Menschen auf dem Land nach wie vor sehr arm. In den Großstädten dagegen explodieren die Mieten und dort blüht das Leben.

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Es Ari im Theaterhaus

An diesem Dienstag, dem 27. April 2010 hatte die georgische Gruppe The Shin ihren ersten Auftritt im Theaterhaus. Sie haben sich mittlerweile in Stuttgart niedergelassen und schon einiges an Staub aufgewirbelt. Viel herumgereist haben sie auch mal nebenbei den bundesdeutschen Creole-Wettbewerb 2009 gewonnen, bei dem die besten Weltmusik-Formationen antreten, die in der BRD leben. Der Gitarrist Zaza Miminoshvili lieferte Läufe ab, die exakt an John McLaughlin erinnerten, nicht ohne Verweis auf dessen heutigen Auftritt in Tbilissi, der Hauptstadt Georgiens. Dann noch im Mittelpunkt der Perkussionist Mamuka Gaganidze und als weiterer Derwisch der Elektro-Bassist Zurab Gagnidze. Alle drei gestandene Musiker, die das kulturelle Erbe ihrer Heimat bewahren und auch im Jazz zu Hause sind. Erweitert wurde die Gruppe um einen Trompeter, Sopransaxophonisten und Flötisten aus Moldawien und einen georgischen Tänzer. Es gab im ersten Teil Liebes- und Heimatlieder (auch eine Komposition von McLaughlin), im zweiten Teil wurde das Ganze um lettische Musiker am Akkordeon und der Komposition Valts Püce, Oboe, Cello, Geige, zwei Sängerinnen ergänzt. War der Anfang voller Pfeffer, endete der Abend mit der Formation Es Ari, also der georgisch-lettischen Zsammenarbeit der kleinen Welten eher besinnlich. Ermöglicht hatten diesen Abend übrigens die AnStifter, Peter Grohmann hielt eine Ansprache.

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