Vorschlag des amokfisch für den Friedenspreis der AnStifterinnen 2010

Die Soldatenmütter in Rußland haben es sich seit 1989 zur Aufgabe gemacht, Mißstände in der russischen Armee an die Öffentlichkeit zu bringen. Neben der Organisierung der Freilassung russischer Kriegsgefangener der Tschetschenienkriege problematisieren sie die Dedowschtschina (Herrschaft der Großväter), die bis in die Zarenzeit zurückgeht. Hierbei werden wehrpflichtige Rekruten von Dienstälteren verprügelt bzw. gequält mit Todesfolge für ungefähr 1000 Soldaten jährlich. Die Union der Komitees der Soldatenmütter Rußlands gründete 2004 die Vereinte Volkspartei der Soldatenmütter. Preise unter anderem: Alternativer Nobelpreis 1996, Aachener Friedenspreis 2004. Netzseite: www.ucsmr.ru/english/

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Abendmahl bei Loretta

Das Zusammensitzen zu einem italienischen Vorspeisenteller in der Kulturgarage mit gegenseitigem Kennenlernen und einem Vortrag zu einem speziellen Thema hat Tradition bei den AnStiftern. In unregelmäßigen Abständen ist hier jeder willkommen, der im linken Spektrum unterwegs ist, man muß sich jedoch immer bei Peter Grohmann per Rechner anmelden, da die Platzzahl begrenzt ist.

Montag, 1. März 2010: Das Referat stammte diesmal von Ismene Schell. Als Schauspielerin leitet sie die Freie Bühne in Stuttgart, als Theaterpädagogin bemüht sie sich um Gelder und Aufträge für ‚Tusch‘, was für Theater und Schule steht. Es ist ein Projekt, das an Schulen professionell mit Schülern arbeitet. Sei es im Unterricht oder als Projektwochen. Geplant ist auch ein Auftritt im Zwischennetz.

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Bright Star

Der aktuelle Kinofilm der neuseeländischen Regisseurin Jane Campion (‚Ein Engel an meiner Tafel‘ und ‚das Piano‘) stellt die Liebe zwischen dem Dichter John Heats und der Schneiderin Fanny Brawnes ins Licht. Das Ganze hat sich Anfang des 19. Jahrhunderts in London abgespielt. Ein schöner Autorenfilm (ebenfalls das Drehbuch von Campion) angelehnt an die Biographie von Heats, der zu den wichtigsten Vertretern der Romantik zählt, aber leider völlig mittellos mit 25 Jahren in Rom an Schwindsucht starb und an seinem Talent zweifelte. Das ist auch heute noch so, daß man sich von der Dichterei nicht ernähren kann. Welche Buchhandlung bietet schon Bücher dieser Randgruppe zum Verkauf an? Die Modeerscheinung der Schlammpoeten wird vorübergehen, die großen Vertreter ihres Fachs werden bleiben. Das Gute an diesem Film sind die Kostüme und die unverbrauchten Gesichter der Darstellerinnen. Allerdings gibt es nicht viel zu lachen während der zwei Stunden.

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Tagebuch 14

Der Gewinner des Theaterpreis wurde letzten Sonntag ‚Stuttgart 22‘ (wird nochmals am 24.01.10 20 Uhr im Theaterhaus aufgeführt), den Publikumspreis bekam das Mannheimer Theaterhaus TIG7. Zwei weitere Preise gingen an die TART Produktion ‚FUCK YOU, Eu.ro.pa!‘ aus Stuttgart (Wiederholung 17.01.10 20 Uhr Theaterhaus). Am Mittwoch hat der VfB einen neuen Rekord in der europäischen Meisterklasse aufgestellt: 3 Tore in den ersten 11 Minuten gegen eine Mannschaft aus einem 18.000 Einwohner zählenden Städtchen in Rumänien mit 100 Vereinsmitgliedern. Nun sind wir im Achtelendspiel, hier wird dann das Ausschlagsystem angewendet. Und seit 2 Wochen haben wir einen www.theaterhausblog.de . Wenn du einen Mitschnitt einer meiner Sendungen im Freien Radio haben willst, ruf einfach an oder schreib mir, ich schicke dir dann zwei gebrannte Kompaktscheiben per Post zu. Und ab 22. Januar 2010 gibt es eine zusätzliche Morgensendung mit Egmont Müller und mir im Radio, freitags von 8 bis 10 Uhr das Jazzfrühstück: reiner Jazz garniert mit politischen Nachrichten, einem Wochenrückblick und Kommentaren. Die Frequenzen nochmals zur Erinnerung: Antenne 99,2 Mhz UKW in der Luft, im Kabel 102,1 Mhz UKW und als Lebendstrom weltweit über www.freies-radio.de .

Tagebuch 13

Tanja Liedtkes Twelth Floor am 22.10.09 im Theaterhaus: ein einstündiger Abend mit 2 Tänzerinnen und 3 Tänzern, die die erste abendfüllende und zugleich letzte Choreographie der Stuttgarterin Liedtke darboten. Diese hat die Sydney Dance Company angefangen zu leiten, als sie dort mit 30 Jahren von einem Müllauto überfahren wurde. Im Gedenken an diesen tragischen Tod hatte ihre Mutter eine Stiftung gegründet, die auch für das Stück verantwortlich zeichnete. Irgendwie ging es darin um Autorität in einer Sonderschule.

Jazztoday am 23.10.09 ebenfalls im Theaterhaus: zuerst ein Auftritt des Duos des deutschen Klavierspielers Michael Wollny mit der Israelin Tamar Halperin am Cembalo. Letzteres Instrument exotisch für den Jazz. Es gab Kopfmusik und wurde beendet mit einer fulminanten perkussiven Darbietung. Als zweiter Teil des Abends spielte folgendes Quartett: der Schwede Ulf Wakenius an der Gitarre, Lars Jansson am Klavier, Jesper Bodilsen am Kontrabass und Paul Wvanberg am Schlagzeug. Die vier boten überzeugende Stücke lang schönen akustischen Abgehjazz. Die große Halle schwingte überzeugend vor wohl 150 Besucherinnen. Dann noch ein Duo der koreanischen Sängerin Youn Suna Nah mit Wakenius an der Akustikgitarre. Zarter Gesang und eine klare Darbietung rundeten den Abend ab. In diesem Sinne der Doppelkonzerte ausgerichtet von einer Konzertagentur geht es mit weiteren Terminen nächstes Jahr über im Theaterhaus weiter.

Anden Jazz am 29.10.09 wieder im Theaterhaus: ein Jazzquartett mit den zwei Bolivianern Danilo Rojas am Klavier und Antonio Cuadros de Béjar an der Elektrogitarre, dazu der Deutsche Thomas Rotter am sechssaitigen Elektrobass und Daniel Messina am Schlagzeug. Der Argentinier ist führend in seinem Land an diesem Instrument. Jedenfalls bot er ausgezeichnete perkussive Einfälle. Und Rotter ist Lehrer an der Musikschule in Fellbach. Alles in allem ein gelungener runder Abend vor 70 Zuhörerinnen, die lateinamerikanischen Stücke fügten sich gut in das Jazzkorsett ein.