Konzept des Jazzfrühstücks
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Jazzfrühstück
Jeden Freitag Vormittag von 8 bis 10 Uhr bieten euch Egmont Müller, Markus Riek und amokfisch Jazz und Politik vom Feinsten. Wir wissen, dass nur vier Prozent der Bevölkerung Jazz hören. Wir gehören dazu. Und wir wissen, ein paar von euch auch.
In der ersten Stunde liegt der Schwerpunkt bei der Information mit Nachrichten aus dem In- und Ausland, aufgezeichneten Gesprächen aus Gegen- und alternativer Öffentlichkeit und einem Kommentar zum politischen Alltag.
In der zweiten Stunde von 9 bis 10 Uhr ist der Jazz im Vordergrund (‚Jazz‘ is not a bad word now, but almost certainly is of extremely low origin). Da es noch früh am morgen ist, haben wir uns untereinander darauf verständigt, beim Hauptstrom zu bleiben. Das gilt aber nicht für unsere Kompaktscheibe der Woche. Mit ihr werden wir frei improvisieren und vorstellen, was uns gefällt, ob neu oder alt. Eine besonderer Anreiz für euch sollte sein, dass ihr jeweils Freikarten zu einem Konzert im Theaterhaus gewinnen könnt (einfach anrufen?). Der letzte Textblock kurz vor 10 Uhr beinhaltet Lokalnachrichten und Konzerthinweise.
Also zum Aufwachen und Jazzfrühstücken empfehlen wir euch: Den formatierten Einheitsbrei der bekannten Frequenzen AUSschalten! Euren Lieblingssender EINschalten! Da liegt der Kaffee besser im Magen und ihr bekommt keine Blähungen. Denn Jazz ist gut für die Verdauung.
Texte der Sendung sowie die Spielliste der Musik könnt ihr auf dieser Netzseite unter der Kategorie Jazzfrühstück nachlesen.
Wolfgang Haffner Trio im Theaterhaus
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Kritiken
Leider zu kurz – 45 Minuten – und als Vorgruppe von der Sängerin Silje Nergaard gab vor wohl 500 Zuhörern der alte Haudegen Wolfgang Haffner am Schlagzeug zusammen mit Jazzprofessor Hubert Nuss am Klavier und der Basslegende Lars Danielsson ein Konzert, das mit allen Wassern gewaschen war. Haffner, 20 Jahre mit dem bedeutendsten deutschen Jazzmusiker Albert Mangelsdorff (Posaune) unterwegs, auch mit dem 17fachen Grammypreisträger Pat Metheny (Gitarre) des öfteren zu Gange, glänzte mit diesem klassischen akustischen Klaviertrio. Die Klappstühle im Theaterhaus schwangen entsprechend des Fußwippens der begeisterten Zuhörer im Takt mit. Reinhörtipp wäre sein neues ACT-Album ‚Round Silence‘.
Etikett/en: Jazz
Trio Vopá mit Andreas Trobollowitsch im Freien Radio
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Kritiken
Zum wiederholten Mal hat der Jazzfunker und Bassist, Gitarrist Oli Biella ein Konzert im Vorraum des FRS organisiert, das in Echtzeit über den Äther ging. An diesem Samstag, 10.10.09 spielte ein Quartett auf: Vopá erweitert um einen Gast: Roland Spieth Trompete, Axel Haller Elektro-Bass und Pappe, Cornelius Veit Elektro-Gitarre und Effekte sowie Andreas Trobollowitsch von nörz aus Wien, er betätigte sich an der lebenden Elektronik. Es ist immer wieder schön, ein frei improvisiertes Konzert mit Augen und Ohren mitzuverfolgen, auch bei den Vieren, die einen interessanten Klangteppich webten. Das macht Lust nach mehr. Man darf allerdings nicht vernachlässigen, daß man ein gewisses Vorwissen an fehlenden Schubladen mitbringen muß, um sich auf diese Art der Musik einzulassen. Ich jedenfalls freue mich schon auf die nächste musikalische Radiositzung, die Oli organisieren wird, dann im neuen Jahr 2010. Oder wo sonst kann man derartige Kunst noch in Stuttgart konsumieren (Ratschläge diesbezüglich bitte zu mir)?
Dieter Seelow ist tot
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Tagebuch
Eben erfuhr ich von Roland Baisch die traurige Nachricht. Ich hatte vor einiger Zeit eine Jazz funkt-Sendung nur mit Dieter bestritten. Er wollte auch bei unserer Radio-Session spielen. Daraus wird nun nichts. Dieter war einer der führenden Fusion-Saxophonisten im süddeutschen Raum, außerdem lange Jahre SPD-Stadtrat in Schorndorf und Mitbegründer und Vorsitzender des Jazzclubs Session 88 in Schorndorf. Er war ein ganz bescheidener und leiser Zeitgenosse und ist nun leider viel zu früh im Alter von 69 Jahren verstorben. Sein Tod reißt ein großes Loch in die Jazzgemeinde in und um Stuttgart. Ich werde bei meiner nächsten Sendung am 17. Oktober von 19 bis 21 Uhr Musik von ihm spielen.
Etikett/en: Jazz, Schorndorf
Miles Davis ist tot
Erstellt von admin | Abgelegt unter Aufsätze
Miles Davis ist tot
Was hat der Tod von Miles Davis mit Müllvermeidung zu tun? Ganz einfach: nichts, wird sich der geneigte Grüne Seiten-Leser sagen. Jedoch: Miles stand stellvertretend für viele Musiker jeglicher Nationalität an der Spitze des Jazz, ‚Miles Ahead’. Das bedeutet aber, dass er mit seiner die Kultur prägenden Erscheinung ein Wesentliches zur Vermeidung von Musikmüll (wie Schlager, Pop) und anderem Schrott beigetragen hat. Grund genug für Ökologen, sich mit ihm zu beschäftigen. Aus Amerika kamen nämlich nicht nur solche Exportschlager wie Rassismus, Fließband, McPlastik und Dallas, sondern eben halt auch der Jazz. Und eben gerade nur letzteren hat Miles, sei es im BeBop, Cool-Jazz, HardBop, Jazzrock oder Popjazz, entscheidend beeinflusst. Der Jazz, eine der größten kulturellen Errungenschaften des zu Ende gehenden Jahrhunderts, zeigte uns schon seit Jahrzehnten Möglichkeiten zur Bewältigung des Nord-Süd-Konflikts. Der beispielhafte Umgang seiner Musiker untereinander steht dafür. Denn dieser Musikstil entstand aus dem erstmalig gleichberechtigten Austausch von schwarzafrikanischer Kultur aus dem Süden und weißeuropäischer Kultur aus dem Norden. Nicht Fremdenhaß und Nationalismus bestimmten und bestimmen den Jazz, sondern die Emanzipation der benachteiligten Völker von den dominierenden Völkern. Dieses Vorleben von globaler sozialer und damit auch ökologischer Kultur hat auch die Grünen geprägt. Exemplarisch seien drei Vertreter unserer Partei genannt:
Jürgen Walter, Landtagskandidat und Mitarbeiter der grünen Landtagsfraktion. Er hat dafür gesorgt, dass führende Jazzmusiker in das Ludwigsburger Scala gekommen sind und weiterhin kommen.
Hans-Jürgen ‚Specht’ Bock, grüner Gemeinderat in Tamm und Jazzpianist bei der Ragtime Specht Groove,
Michael Kienzle, Vorsitzender des Theaterhaus in Wangen. Er repräsentiert eine Institution, die es geschafft hatte, nach vielen Jahren Miles Davis zum letzten Mal nach Stuttgart zum Jazzgipfel ’88 zu holen. Ganz zu schweigen von Auftritten solcher Jazzgrößen wie Herbie Hancock, Chick Corea, John McLaughlin, Wayne Shorter bei Theaterhaus-Konzerten; Musikern, die nicht zuletzt durch Miles Davis berühmt wurden. Diesen Mann, der in seiner Sensibilität und Genialität der schwarzen Kultur wieder die Bedeutung zurückgab, die ihr geraubt wurde. Während die schwarze Filzokratie sich im Ländle in Bälde verabschieden wird, ist ein wichtiger Vertreter der wahren schwarzen Kultur an den Folgen seines Kampfes für eine kulturelle Identität nach vielen Hochs und Tiefs schon mit 65 Jahren gestorben. Das Loch, das er hinterlassen hat, weist unverkennbar darauf hin, dass der Spruch ‚black is beautiful’ wieder denen zusteht, die ihn ursprünglich propagiert haben und eben nicht der Jungen Union. Außerdem kann man froh sein, daß Miles wesentlich älter wurde als Charlie Parker (35 Jahre) und John Coltrane (41 Jahre).