Australien
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Jazzfrühstück
Fred Brophy ist der letzte umherfahrende Preisboxer-Veranstalter auf diesem Kontinent. Mit einem Zelt, einem Bierhersteller als Unterstützer und einer Handvoll Boxer zieht er über die Lande. Früher gab es mehrere Dutzend dieser Truppen. Das Preisboxen hat eine lange Tradition in Australien. Anfangs vergnügten sich die Goldgräber auf diese Art, hatten sie doch keine Frauen dabei und mit den Ureinwohnerinnen nichts am Hut. An einen Ort angekommen, dauert es eine Stunde, bis das Zelt aufgebaut ist. Dann kommen die Besucherinnen, unter denen besonders Mutige den Kampf mit Brophys Boxerinnen aufnehmen. Eine besondere Belustigung für die Leute vom Land. Fast immer verlieren die Menschen aus dem Volk ihren Kampf. Brophy verdient pro Veranstaltung 10.000 Dollar, seine Boxerinnen bekommen je 200 Dollar pro Tag, unter ihnen ist auch eine junge Frau. Ist ein Kampf zu Ende, gibt mensch sich die Hand, umarmt sich und geht zusammen einen Trinken. Die Aggressivität in Europa mit den Fußballschlägerinnen kennt man in Australien nicht. Hier geht alles anständig über die Bühne. Mensch tobt sich beim Preisboxen aus und alles ist gut bis auf ein paar Blessuren. Ärzte und Sanitäter gibt es bei diesen Veranstaltungen keine. Aber das Ganze macht Spaß und weibliche Anhängerinnen schwärmen für die harten Jungs.
Etikett/en: Australien
Spielzettel 30.07.10
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Jazzfrühstück
Eröffnungsklingeln mit Monticello vom Monty Alexander (p) Trio
Willem Breuker (as) Kollektief – Tango Superior
Willem Brezuker Kollektief – Der Song von Mandalay
Odeon Pope (ts) – Out For a Walk, Part 2
Gonzalo Rubalcaba (p) – Oren
Count Basie (p) Orchestra – Midnight Blue
Bill Evans (p) – Time Remembered; Interplay; My Bells; There Came You; Fudgesickle Built For Four
Trilok Gurtu (perc) und Joe Zawinul (key) – The Other Tune
John McLaughlin (g), Al di Meola (g), Paco de Lucia (g) – Frevo Rasgado
Kompaktscheibe der Woche: Bill Evans (p)-The Interplay Sessions (1962) mit Zoot Sims (ts), Freddie Hubbard (tp), Jim Hall (g), Percy Heath oder Ron Carter (b), Philly Joe Jones (dr)
Kommentar 30.07.10
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Jazzfrühstück
Geld
Das Zahlungsmittel bestimmt unseren Alltag. Das Geld steht zwischen zwei Tauschgeschäften. Wer zuviel davon hat, wird unglücklich, da sie sich ständig darüber Gedanken machen muß, wie sie es zusammen halten kann. Eher paßt ein Tau durch ein Nadelöhr, als daß eine Reiche in den Himmel kommt. Die Person, die das Geld zusammenrafft, macht sich nämlich strafbar, da sie anderen etwas wegnimmt. Wieviel Geld paßt wohl in einen Sarg? Die Unternehmen, die allein mit Geld arbeiten, sind Banken und Versicherungen. Denen geht es prächtig, sie bauen tolle Paläste in die Zentren der Städte. Dafür tragen sie nichts zum Wohlergehen der Menschen bei, sondern saugen ihnen nur das Blut aus. Es ist ein größeres Verbrechen, eine Bank zu gründen, als eine Bank auszurauben, hatte seinerzeit Bertolt Brecht festgestellt. Das ist immer noch hochaktuell angesichts des Versagens der Weltbanken bei der Finanzkrise, die noch lange nicht zu Ende ist, da sie nicht bekämpft wird. Das einzige, was die Menschen antreibt, ist Sex und Macht. Durch viel Geld kann mensch beide Bedürfnisse befriedigen. Da fährt der impotente Papa schon mal mit dem Porsche vor. Vor der Erfindung des Geldes waren die Menschen auf alle Fälle glücklicher. Und die Filmindustrie hätte keinen Stoff mehr für ihre Kunstwerke, wenn unser heiliges Tauschmittel abgeschafft würde. Und die Mafia würde zusammenbrechen.
Etikett/en: Kommentar
Peru
Erstellt von Armin | Abgelegt unter Jazzfrühstück
In diesem südamerikanischen Andenstaat ist die Wasserversorgung ein hochpolitisches Problem. Die Gletscher in den Bergen schrumpfen zusehends, ein Ergebnis der vom Menschen verursachten Erderwärmung. Die Hauptstadt Lima mit ihren 8 Millionen Einwohnerinnen ist nach Kairo die trockenste Metropole des Planeten. Hier regnet es nie. Die Armen in den Elendsvierteln an den Stadträndern sind nicht an die städtische Wasserversorgung angeschlossen, bekommen aber teilweise Strom. Private Wassertankwägen bringen ihnen verunreinigtes Wasser zum zehnfachen Preis dessen, was die Wohlhabenden an die Stadt zahlen, die vom Wasserkraftwerk beliefert werden. Das öffentliche Leitungssystem ist marode und 40 % des Wassers geht so beim Transport in die Haushalte verloren. Das Abwasser gelangt ungeklärt offen ins Meer. Die Kleinkinder leiden besonders am unreinen Wasser, in dem Schwermetalle sind, und haben deswegen Krankheiten. Für die nationale Regierung, die seit zwei Jahren über einen Umweltminister verfügt, stehen wegen des Wasserproblems riesige Ausgaben bevor. Die Bürger organisieren sich bereits in dem Zusammenschluß ‚Peruaner ohne Wasser‘.
Etikett/en: Peru
volxmusik 02.10.10
Erstellt von Armin | Abgelegt unter volxmusik
Zu Gast bei amokfisch im Freien Radio für Stuttgart war Wolfgang Schramm vom Kulturpalast. Es gab keltische Musik aus deutschen Landen. Um es zuzuordnen: ursprünglich aus der Bretagne, Irland, Schottland. All die Plätze, an denen das Christentum nicht alles weggewischt hat. Es stellt sich die Frage, wen Wolfgang alles nicht kennt. Erstaunlich jedenfalls war das, was er für die Sendung von seinen deutschen Freundinnen mitgebracht hatte. Ein breites Spektrum von Exilanten und Einheimischen, die sich mit Haut und Haar dem keltischen Musikerbe verschrieben haben. Und das alles auf höchstem Niveau. Ich habe nur gestaunt, was ich alles noch nicht kannte.