Argentinien

In Buenos Aires hat sich ein Kleinverlag als Genossenschaft gegründet. Es werden gebrauchte Kartons gesammelt und zu Einbänden von zeitgenössischer Literatur aus Lateinamerika verarbeitet. Die Bücher sind günstiger als im normalen Handel und werden in besetzten Häusern verkauft. Hugo, ein ehemaliger Soldat, ist einer von 8000 Kartoneros in der Hauptstadt und er bekommt das Zehnfache des Preises für gute Kartons vom Verlag als bei normalen Müllabnahmestellen. Eloisa Kartonera, so der Name des Betriebs, verschafft mehreren Menschen ein Auskommen. Die Kartons werden dort von Hand zurechtgeschnitten, gefalzt und mit Schablonen bunt bemalt, anschließend wird durch Einkleben von fotokopierten gebundenen Texten ein Buch daraus gemacht. Die Auflagen pro Exemplar sind mit 100 bis 1000 Stück nicht enorm, ermöglichen aber der Genossenschaft ein gutes Einkommen.

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Jerusalem

In dieser uralten Stadt in Israel gibt es die einzige Schule für Taubstumme in der Region. Dort werden 85 Jüdinnen, Muslimas und Christinnen gemeinsam unterrichtet. Geleitet wird die Schule von einer Israelin und einer Palästinenserin zusammen. Die Schülerinnen müssen täglich teilweise über mehrere Grenzpunkte um zum Unterricht zu gelangen. Die Gebärdensprache ist israelischer Art, wird aber auch von den Palästinenserinnen verwendet. In ihren Herkunftsvierteln werden die Behinderten ausgegrenzt, verstehen sich aber untereinander an der Schule ganz gut und sind über religiöse Hürden hinweg miteinander befreundet.

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volxmusik am 07.08.10 im FRS

In dieser Sendung mit amokfisch, Markus und Egmont kamen folgende Titel zu Gehör:

Babatunde Olatunji (perc) – Mbira

Dudu Pukwana (as) – Wabebe

Kanda Bongo Man (voc) – Rose Rose

John Coltrane (ts) – Tunji

Lokua Kanza (voc) – Mungu

Zwei Mädchen aus Burundi

McCoy Tyner (p) – Afro Blue

Art Ensemble Of Chicago – Promenade Code Bamako

Art Ensemble Of Chicago – Odwalla-Theme

Amadou & Mariam (voc) – Les temps ont changé

Ethnic Heritage Ensemble – Katon

Taj Mahal (g), Baaba Mal (voc) – Trouble Sleep

Ntemi’s Alexandra All Star Band – African Jive

Chris McGregor’s (p) Brotherhood Of Breath – MRA

Jon Hassell (tp) – Cobra Moon

Manu Dibango (voc,ss) – Soir au village

Randy Weston (p) – Uhuru Kwansa

Ali Farka Touré (g) & Toumani Diabaté (kora) – Kadi Kadi

Archie Shepp (ts) – New Africa

Spielzettel 06.08.67

Eröffnung mit Monticello vom Monty Alexander (p) Trio

Bill Frisell (g) – Rambler

Lionel Hampton (vib) Orchestra – Flying Home

McCoy Tyner (p) – Happy Days

Christof Stiefel (p) Trio – 7MeilenStiefel-Isorhythm Nr.13

Coleman Hawkins (ts) – Body And Soul

Branford Marsalis (ts,ss) – A Love Supreme

Dave Holland (b) Quartet – Nemesis

Kompaktscheibe der Woche: Branford Marsalis Quartet: Coltrane’s A Love Supreme Live In Amsterdam: Branford Marsalis (ts,ss), Joey Calderazzo (p), Eric Revis (b), Jeff “ Tain“ Watts (dr)

Kommentar 06.08.10

Liebe

Liebe ist auch nur ein Wort, sagt ein Schlager. Und ein großer Markt. Im real existierenden Kapitalismus funktioniert diese aber nur in der Familie. Darüber hinaus ist Konkurrenz angesagt. Der Wanderprediger aus Nazareth beispielsweise hat viele Menschen in unserer Gegenwart in die Überzeugung gesetzt, daß er mit seinem Selbstmord alle liebt. Seine Bräute lehnen jegliche körperliche Liebe ab, ebenso ihre männlichen Gegenstücke. Gemeint sind die Nonnen und Mönche. Wohin der Zölibat führt, sieht mensch erst recht in der gegenwärtigen Debatte. Aber sexueller Mißbrauch hat ja bekanntlich nichts mit Lust, sondern mit Machtausübung zu tun. Der vorletzte SPD-Bundespräsident Gustav Heinemann hatte auf die Frage, ob er sein Land liebe, geantwortet, daß er seine Frau liebe. Mensch kann seine Nächste lieben, wie sich selbst. Darüber hinaus geht nichts. Trotzdem sollte eine das Schicksal der Menschen auf der anderen Hälfte unseres Planeten nicht kalt lassen. Aber auch hier gilt: mensch kann nur sich selbst ändern, und das ist schon äußerst schwierig, aber einen Mitmenschen kann mensch nicht ändern. Hier hat die Erdenbürgerin ihre Grenzen.

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