Nexte volxmusik

Zu Gast bei mir am Samstag, 3. Mai 2014 von 19 bis 21 Uhr im Freien Radio für Stuttgart der Kunstgeschichter Doktor Dietrich Heißenbüttel, Herausgeber des Buchs „Kunst in Stuttgart. Epochen, Persönlichkeiten, Tendenzen“, erschienen 2013 im Hampp Verlag Stuttgart, 309 Seiten. Dietrich ist Gründungsmitglied von Jazz funkt und immer noch dabei.

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Joachim Król

Wunderbar in Szene gesetzt vom Gschwender Regisseur Martin Mühleis: ein Abend im Theaterhaus mit der Stimme vom Schauspieler Joachim Król und der musikalischen Untermalung eines Stuttgarter Jazztrios (Gee Hye Lee am Klavier, Ekkehard Rössle am Sopransaxophon und der Baßklarinette und Christoph Dangelmaier am Elektrobaß).

Der rote Faden war der Roman „Seide“ von Alessandro Baricco, der im 19. Jahrhundert spielt. Ein französischer Seidenraupenzüchter unternimmt mehrmals eine lange Reise übers Land nach Japan um eine geheimnisvolle Schönheit zu begehren, die dort weilt. Seine Frau jedoch zu Hause läßt ihm einen leidenschaftlichen Liebesbrief auf japanischem Reispapier und in Tusche von einer Japanerin schreiben, um ihren Mann zu umgarnen. Trotz all der beschwerlichen Reisen unter einigen Gefahren zeigt sich hier die Treue und wahre Liebe einer Frau, die dann lange vor dem Tod ihres Mannes verstirbt. Die Geschichte ist eine wunderschöne Parabel auf die Liebe, die Sehnsucht und das Glück. Król las mit ausladenenden Handbewegungen und sicherer Stimme aus den Texten, die Mühleis zusammengestellt hatte. Zusammen mit der Musik war der Abend sehr ergreifend.

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Kleine Lichter

2005 veröffentlichte der Vorzeige-Intellektuelle Doktor Roger Willemsen seinen ersten Roman. Er schlüpft hier in die Figur der Kunsthändlerin Valerie, die in Tokio wohnt und ihrem im Koma liegenden Geliebten Rashid, einem Restaurator in Wien, eine Liebeserklärung auf das Band spricht und ihm dies an seinem Krankenbett vorspielt. Dieser Monolog mäandert auf stolzen 200 Seiten um den Begriff der Liebe herum, wird auch ein paar Mal mehr als intim.

Der Frauenversteher Willemsen hat 2000 Gespräche mit wichtigen Menschen geführt, auch mit Madonna und Margaret Thatcher. Seine Sachbücher verkauften sich enorm gut. Die Fernsehsendungen und Gesprächsaufzeichnungen, die er produzierte, waren eine Legende.

Zitat Willemsen im Roman: „Aber vielleicht verliert ja, wer in seinem Leben zu viel geliebt wurde, am schnellsten die Fähigkeit, selbst zu lieben.“

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Irre! von Manfred Lütz

Dieses Buch ist ein Überblick über alle seelischen Erkrankungen, verständlich und mit Humor geschrieben. Lütz ist Theologe, Psychiater und Therapeut. Eingeleitet wird das Ganze mit dem ganz normalen Wahnsinn, dem Krieg, und den wahnsinnig Normalen, zum Beispiel den Diktatoren. Ein Verrückter kann nicht die Herrschaft über sein Volk erringen, da ihm dazu das Durchhaltevermögen abgeht, ihm die kriminelle Energie fehlt und er im Endeffekt ein liebenswürdiger Mensch ist. Skrupellosigkeit und Menschenverachtung ist das Geschäft der Vorstandsvorsitzenden, Bankenzocker und aller anderen, die unseren Planeten vor die Wand fahren. Diese Normopathen gehören therapiert, die Verrückten, die Farbe in den grauen Alltag bringen, weniger. Weiter führt der Autor den normalen Blödsinn auf, was uns die sogenannte Fernsehcomedy beschert hat und die blödsinnig Normalen, die nichts geleistet haben wie bespielsweise Paris Hilton. Immer wieder streut Lütz Beispiele aus seiner Tätigkeit als Chefarzt einer Psychiatrie in Köln ein. Dieses Buch ist dünner und übersichtlicher als zum Beispiel das Standardwerk ‚Irren ist menschlich‘. Also, wer einen Einstieg in das weite Feld der seelischen Erkrankungen haben will: das Werk hat 190 Seiten und kostet 17,90 Euro. Es ist in jeder Buchhandlung vorrätig, da es Platz eins einnahm unter den bestverkauften Sachbüchern auf der Liste eines großen politischen Wochenmagazins. Mittlerweile gibt es dieses auch als Taschenbuch für 10 Euro.

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Das WERK

Der Bildhauer und Kunsterzieher Wolfram Isele hatte im Stuttgarter Osten ein bundesweit einmaliges Projekt konzipiert und geleitet: das WERK. Von 1982 bis 2000 stand es für KunstWERK, GeWERKschaft, WERKstatt. Hier wurden partizipatorische Kunstprojekte, gewerkschaftlicher Alltag und Stadtteilarbeit realisiert. Nun erschien im Peter-Grohmann-Verlag ein gut lesbares, mit vielen Fotos ausgestattetes Buch zu dieser Geschichte. Bekannteste Ergebnisse aus dieser Arbeit waren der Kinderzirkus Karamba Basta!, der als Verein heute noch existiert und die Stuttgarter Osten Lokalzeitung (1988 bis 1999). Weitere Projekte waren der Einsatz für den Friedensbrunnen, der leider wegen des Widerstands der Bezirks-CDU nie realisiert werden konnte, die Gruppe Alltag und Arbeitswelt, das Erwerbslosenfrühstück, der deutsch-türkische Kulturaustausch, multikulturelle Wände, die KinderZeitung, eine Trickfilmwerkstatt und vieles mehr. All dies ist nun auf 240 Seiten versammelt und von Ronald Kolb gestaltet. Den Mischnitt (2 Stunden) des AnStifterFunken vom 10.11.09, bei dem Wolfram von Burkhard anläßlich dieses Buches befragt wurde, kannst du gerne bei mir anfordern. (ISBN: 978-3-927340-88-6, 20 Euro)

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