Südafrika
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In dem Land der Fußball-Weltmeisterschaft gibt es eine braunhäutige Fernsehregisseurin, die Fußballübertragungen leitet und 80 Menschen unter sich hat. Sie ist wohl weltweit die einzige Frau in dieser Position in einem von Männern dominierten Arbeitsbereich. Nach dem Ende der Apartheid hat sie schnell im staatlichen südafrikanischen Fernsehen Karriere gemacht. Nun arbeitet sie für einen Sportsender und hat wohl schon bei über 100 Fußballspielen Regie geführt. Leider ist sie beim heute beginnenden Fußballspektakel nur Zuschauerin: die Übertragungsrechte hat sich eine schweizerische Firma angeeignet, aus dem Land des Weltfußballverbands-Generalsekretärs Joseph Blatter. Die 40jährige stammt aus dem Armutsgebiet Bophutatswana. Sie ist alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern und lebt in Johannesburg in einem Reichenviertel. Sie verdient das siebenfache eines Durchschnittsgehalts. Obwohl sie sich als Jugendliche nichts aus Fußball machte und lieber Ärztin werden wollte, ist sie durch ihre Intelligenz und Fleiß in diese Position gekommen. Ihre 15jährige Tochter geht an eine Privatschule, die sie ein Zehntel ihres Lohns kostet. Diese will Rechtsanwältin für Medien und Wirtschaft werden.
Etikett/en: Südafrika
Indien
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In der Nähe von der wirtschaftlichen Hauptstadt Mumbai mit 16 Millionen Einwohnern wird auf dem Land eine Stadt aus dem Boden gestampft. Der Leiter dieser Stadt ist ein Engländer, er ist ein Wirtschaftsmensch. Die Kapazität soll auf am Ende 300.000 Einwohner ausgebaut werden. Die Wohnungen liegen alle an einem See und haben eine europäische Architektur. Nur die Mittelschicht kann sich diese für indische Verhältnisse teuren Unterkünfte leisten. Die ortsansässigen Bauern sind wütend, schließlich wurden sie von dem Platz vertrieben, an dem sie schon seit Generationen leben. Die Bauarbeiter wohnen in Zimmern zu vier Leuten, schlechter haben es die Sicherheitsleute erwischt, sie müssen in einem Massenquartier schlafen, wo es viel zu heiß ist. Ein Straßenfeger freut sich: er hat eine Uniform und muß nicht mehr im Elendsviertel leben. Indien plant mehrere hundert Städte nach diesem Charakter, da die alten Städte durch die enormen Einwohnerzahlen aus allen Nähten platzen, verbunden mit erheblichen Problemen der Infrastruktur, der Umwelt und damit der eingeschränkten Lebensqualität.
Etikett/en: Indien
Spielzettel 04.06.10
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Eröffnung mit Monticello vom Monty Alexander (p) Trio
Lena Horne – I Gotta Right To Sing The Blues
Archie Shepp (ts) – Naima
Ron Carter (b) – Blues Farm
Volker Kriegel (g) – So Long, For Now
Carla Bley (p) – Three Banana
Miles Davis (tp) – Perfect Way
Earl Hines (p) – Fifty-Seven Varieties
BraffOesterRohrer – Norwegian Wood; Ich weiß, es wird…
United Jazz + Rock Ensemble – Raga Yagapriya
Art Blakey’s (dr) Jazzmessengers – It’s A Long Way Down
Kompaktscheibe der Woche: BraffOesterRohrer: Maximal Music (2004): Malcolm Braff (p), Bänz Oester (b), Samuel Rohrer (dr)
Kommentar 04.06.10
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Das Auto
Des Spießbürgers liebstes Kind, wichtiger als seine Frau. Samstags wird es gewaschen. Ein Viertel der bundesdeutschen Bürgerinnen verzichtet auf dieses Statussymbol. In einem Betrieb entscheidet der Rang in der Hierarchie über die Größe des Hubraums. Der Weg zum Bäcker wird im Auto zurückgelegt. Man bläst das wertvolle Erdöl in die Luft, ohne Nachzudenken. Gibt es intelligente Lösungen? Selbst das Hybridauto ist nicht der Weisheit letzter Schluß. Vielleicht gibt es ja irgendwann des Elektroauto, das mit Atomstrom betrieben wird? Und über die Tausenden von Toten auf unseren Straßen spricht auch niemand. Sie sind der Kollateralschaden des Kriegs, der auf unseren Straßen herrscht. Und bei uns ist nach wie vor die Automobilindustrie der größte Arbeitgeber. Die Abwrackprämie hat dies noch unterstützt. Die Zukunft gehört der Bahn und dem Bus.
Etikett/en: Kommentar
Palästina
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Doktor Salam Fayyad ist seit 2007 Ministerpräsident der Autonomiebehörde, die von Ramallah aus politisch und wirtschaftlich verwaltet wird. Der von den Organisationen Fatah und Hamas unabhängige ehemalige Weltbank-Mitarbeiter hat einige Erfolge zu verzeichnen. So lag das Wirtschaftswachstum hier zuletzt bei 7 Prozent. Mit internationalen Investitionen wird fleisig gebaut. Allerdings nehmen die 300.000 jüdischen Siedler im Westjordanland den palästinensischen Bauern das Wasser weg. Mit der israelischen Besatzungsbehörde gibt es unter Benjamin Netanjahu, dem konservativen Ministerpräsidenten, keinerlei Fortschritte zu verzeichnen. Fayyad, der in Ost-Jerusalem wohnt, konnte hier auch seine Nähe zu den Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Verbündeten Israels, noch nicht genügend nutzen.
Etikett/en: Palästina