Wolfgang Haffner Trio im Theaterhaus

Leider zu kurz – 45 Minuten – und als Vorgruppe von der Sängerin Silje Nergaard gab vor wohl 500 Zuhörern der alte Haudegen Wolfgang Haffner am Schlagzeug zusammen mit Jazzprofessor Hubert Nuss am Klavier und der Basslegende Lars Danielsson ein Konzert, das mit allen Wassern gewaschen war. Haffner, 20 Jahre mit dem bedeutendsten deutschen Jazzmusiker Albert Mangelsdorff (Posaune) unterwegs, auch mit dem 17fachen Grammypreisträger Pat Metheny (Gitarre) des öfteren zu Gange, glänzte mit diesem klassischen akustischen Klaviertrio. Die Klappstühle im Theaterhaus schwangen entsprechend des Fußwippens der begeisterten Zuhörer im Takt mit. Reinhörtipp wäre sein neues ACT-Album ‚Round Silence‘.

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Tagebuch 14

Der Gewinner des Theaterpreis wurde letzten Sonntag ‚Stuttgart 22‘ (wird nochmals am 24.01.10 20 Uhr im Theaterhaus aufgeführt), den Publikumspreis bekam das Mannheimer Theaterhaus TIG7. Zwei weitere Preise gingen an die TART Produktion ‚FUCK YOU, Eu.ro.pa!‘ aus Stuttgart (Wiederholung 17.01.10 20 Uhr Theaterhaus). Am Mittwoch hat der VfB einen neuen Rekord in der europäischen Meisterklasse aufgestellt: 3 Tore in den ersten 11 Minuten gegen eine Mannschaft aus einem 18.000 Einwohner zählenden Städtchen in Rumänien mit 100 Vereinsmitgliedern. Nun sind wir im Achtelendspiel, hier wird dann das Ausschlagsystem angewendet. Und seit 2 Wochen haben wir einen www.theaterhausblog.de . Wenn du einen Mitschnitt einer meiner Sendungen im Freien Radio haben willst, ruf einfach an oder schreib mir, ich schicke dir dann zwei gebrannte Kompaktscheiben per Post zu. Und ab 22. Januar 2010 gibt es eine zusätzliche Morgensendung mit Egmont Müller und mir im Radio, freitags von 8 bis 10 Uhr das Jazzfrühstück: reiner Jazz garniert mit politischen Nachrichten, einem Wochenrückblick und Kommentaren. Die Frequenzen nochmals zur Erinnerung: Antenne 99,2 Mhz UKW in der Luft, im Kabel 102,1 Mhz UKW und als Lebendstrom weltweit über www.freies-radio.de .

Sebastian Schwab im Theaterhaus

Vor der Preisverleihung zum Theaterpreis 2009 bot noch das Stuttgarter Schauspiel ein des dortigen Darstellers Sebastiab Schwab zusammen mit der Regisseurin Seraina Maria Sievi verfaßtes autobiographischen Einzelstücks ‚Sebastian S. macht sich ein Bild‘. Mit einer Videokamera, einem Klavier und einem Stuhl führt uns Schwab in die Höhen und Tiefen seines Liebeslebens ein. Er schuf große Momente, die zum Schmunzeln und zum Nachdenken anregten. Es ist schon erstaunlich, daß man mit so einfachen Mitteln so tief in die Leidenschaften eines Selbstdarstellers hineinsehen kann. Dies war übrigens der erste Auftritt Schwabs im Theaterhaus, sein Kollege Dino Scandariotto, früher im internationalen Theaterhaus-Schauspielensemble, war auch im Publikum, das zahlreich erschienen war und die Darbietung mit großer Sympathie aufgenommen hatte.

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Theaterpreis: Neues Ensemble

Sonntag, 6. Dezember 16 Uhr im Theaterhaus: als siebter und damit letzter Beitrag des Stuttgarter Theaterpreis 2009 ging das Stück ‚Die Ausgeschlossenen oder das Elend der Welt‘ aus Mannheim ins Rennen. Drei Männer und eine Frau trugen vor einer Großplakatwerbung des privaten Radio Regenbogen in der Untergrundbahn Texte vor, die von dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu gesammelt wurden und auf heutige Armut in der BRD übertragen wurden. So geht es um die Schikanen des Arbeitsamts, um Zustände in einer Autofabrik, einer Baustelle oder eines Supermarktes, um die Aussonderung des Prekariats aus der Gesellschaft. Die Situation der Abgehängten macht wütend und in diesem Sinne werden auch die Schilderungen aus deren Alltag herausgeschrien.

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Theaterpreis: Theaterprojekt Stuttgart 22

Freitag, 4. Dezember 20:30 Uhr im Theaterhaus: als vierter Kandidat für den Preis ging die sechsköpfige Gruppe mit dem Stück ‚Erst schlafen, bevor ich geh‘ ins Rennen. Ein schön in spießiges Beige gehaltenes Bühnenbild, die Darsteller allesamt in gedeckten Tönen angezogen. Es beginnt mit dem Vater, der seinen Sohn anzieht begleitet von Hildegard Knef und endet mit dem Sohn, der seinen Vater und seine Mutter auszieht, ebenfalls von der Knef begleitet. Eine Familie mit Vater, Mutter, Sohn und Tochter. Dazu der Liebhaber der Tochter und deren beste Freundin. Während den ganzen 2 Stunden macht eine Photographin Bilder, die auf die hintere Wand projiziert werden. Köstliche Szenen (mit einer herrlich kitschigen Klarinettenmusik aneinandergereiht) in der Kirche, beim gemeinsamen Essen und so weiter. Literarische Einspieler von Franz Kafka und den Gebrüdern Grimm umrahmen die schöne Welt einer abgeschlossenen Gesellschaft in den 50er Jahren, wie es sie in ihrer Verkrustung auch heute noch gibt. Eben der ganz normale Wahnsinn.

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